Grundsätzliches zum Vogelfutter:

Beim Vogelfutter scheiden sich die Geister und es gibt die unterschiedlichsten Fütterungsmethoden.

Zum Beispiel werden Papageien und Sittiche im Rest der Welt fast ausschließlich mit Pellets und Extrudaten gefüttert.

Im deutschsprachigen Raum stehen viele dieser Fütterungsmethode reserviert gegenüber und sie findet hier eher langsam Verbreitung.


Wir wollen an dieser Stelle die unterschiedlichen Futtersorten mit ihren Vor- und Nachteilen  aufzeigen.

Die Saatenmischung

Der Klassiker! In vielen Varianten auf dem Markt und nach wie vor als Hauptfutter der beliebteste Fütterungsbaustein. Leider haben sich bei den Saatenmischungen in den letzten Jahren eine ganze Reihe "Marketingtricks" eingeschlichen, hier ein paar Beispiele:

1. "..gelagert bei geringer Luftfeuchtigkeit.." Erstmal nicht schlecht, dass die Saaten beim Händler nicht einer hohen Luftfeuchtigkeit ausgesetzt sind und dadurch eine hohe Konzentration mit Schimmelpilzsporen vermieden werden soll, die Wahrheit ist aber, dass die Probleme vor allem auf falsche Lagerung unmittelbar nach der Ernte zurück zu führen sind,wenn die Saaten noch sehr feucht sind, darauf hat der Futterhändler als vorletztes Glied in der Kette keinen Einfluss.

2. "Biofutter" -kann es, wenn überhaupt, nur zu einem Teil geben, denn die Mehrzahl der im Vogelfutter verwendeten Saaten wird gar nicht bio angeboten, da sie ausschliesslich für Tierfutter angebaut wird.


Vorteile:

-kostengünstig

-Lange Haltbarkeit

-Enthülsen beschäftigt die Vögel

-Verdauung der Saaten beansprucht den Muskelmagen


Nachteile:

-unsachgemäße Lagerung nach dem Ernten oder eine von Dritten gemixte Saatenmischung weist häufig eine hohen Belastung mit Schimelpilzsporen auf.

-Die Hülsen der Saaten machen kürzere "Saubermachinterwalle" nötig.

-Vögel neigen dazu nur bestimmte Saaten zu fressen was eine einseitige Ernährung zur Folge hat.


Keimfutter

Keimfutter ist eine in Wasser eingeweichte und so zum keimen gebrachte Saatenmischung.


Vorteile:

-der Keimvorgang senkt den Fettgehalt und erhöht den Vitamingehalt der Saatenmischung.


Nachteile:

-schwierig und aufwendig in der Herstellung.

-bereits nach kurzer Zeit beginnt das Futter zu verderben.


Pellets:

Bei pelletiertem Futter werden unterschiedliche Bestandteile geschrotet, anschließend in Portionen gepresst und getrocknet.


Vorteile:

-Einzelne Bestandteile müssen wie bei der klassischen Saatenmischung vom  Muskelmagen verdaut werden.

-Kein Dreck und keine Spelsen bleiben nach dem Füttern übrig.

-die Vögel können nichts "aussortieren"

-keine Belastung mit Schimmelpilzen oder Herbiziden/Pestiziden

-keine Konservierungsstoffe

-optimale Zusammensetzung an Nährstoffen, Spurenelementen, Aminosäuren, Vitaminen und Mineralien.


Nachteile:

-Futteraufnahme bietet keine "Herausforderung"

Exdrudate

Exdrudate haben eine ähnliche Zusammensetzung wie Pellets sind jedoch bei der Herstellung zu einem feinen Brei verarbeitet und anschließend in kleinen Portionen "gebacken".


Vorteile:

-Kein Dreck und keine Spelsen bleiben nach dem Füttern übrig.

-die Vögel können nichts "aussortieren"


-keine Belastung mit Schimmelpilzen oder Herbiziden/Pestiziden

-optimale Zusammensetzung an Nährstoffen, Spurenelementen, Aminosäuren, Vitaminen und Mineralien.


Nachteile:

-Extrudate sind durch ihre Herstellungsweise bereits "vorverdaut", was den Muskelmagen der Vögel nicht so beansprucht wie gröberes Futter.

-Futteraufnahme bietet keine "Herausforderung"

Unser Fütterungstip:

Wer wenig Zeit hat und den Aufwand für die Fütterung und Reinigung so gering wie möglich halten möchte, sollte  Pellets sowie Obst und Gemüse füttern.

Wir besuchten 2008 die nicht öffentliche Zuchtstation des San Diego Zoo in Kalifornien.

Die dort gezüchteten, vom Aussterben bedrohten Papageien und Sittiche werden seit Jahren ausschließlich mit Roudybush Pellets gefüttert und sind in einer tadellosen Verfassung.


Für alle gilt: Futter muß möglichst kühl und trocken gelagert werden! 

Permanent zur Verfügung steht Vogelgrit mit Holzkohlestückchen (wichtig für die Verdauung) sowie ein Mineralblock.

Die im Supermarkt angebotenen Saatenmischungen halten wir als "Alleinfutter" für ungeeignet. Häufig sind sie zu fett und die Ernährung einseitig. Am besten ist hier das Futter "Prestige Loropark mix" der Firma "Verseele-Laga". das es in Fressnapfmärkten oder bei zooplus.de gibt.

Seit vielen Jahren füttern wir vom Wellensittich bis zum Ara alle Vögel ausschließlich mit Pellets (ca 50%); Obst, Gemüse und Grünfutter (ca. 50%) . In pelletiertem Futter sind alle wichtigen Inhaltsstoffe vorhanden. Der Vogel kann also nicht das was ihm nicht passt einfach rausschmeißen.

Keimfutter füttern wir nicht wegen der zu schnellen Verderblichkeit.

Ebenso verzichten wir auf Vitamin- und Mineralpulver da hier unserer Erfahrung nach die Gefahr der Überdosierung zu groß und diese ausreichend in den Pellets vorhanden sind.

Unser Tip:
Obst und Gemüse immer ausreichend anbieten, Pellets erst wieder auffüllen wenn alles weitgehend ausgefressen ist.
Unsere Kinder würden, wenn man ihnen Schokolade und Spinat hinstellt, auch nur die Schokolade essen, anders verhält es sich bei Vögeln auch nicht.

Bei Obst und Gemüse bieten wir Äpfel, Karotte, Rote Bete, Banane und auf der Fensterbank gezüchtete Vogelmiere an. Zusätzlich immer das Obst und Gemüse der Saison das im Supermarkt gerade günstig ist.

Wälder, Wiesen, und in Städten größere Parkanlagen haben fast das ganze Jahr über ein reiches Angebot an Grünfutterpflanzen anzubieten. Daher haben wir bei Spaziergängen immer ein Taschenmesser und eine kleine Plastiktüte mit, in der Heckenrose, Vogelbeere, Löwenzahn und co. verstaut werden (wegen der hohen Schadstoffbelastung möglichst nicht direkt an viel befahrenen Straßen sammeln).
Sollten ihre Vögel einige Grünfutterpflanzen verschmähen, kann das auch damit zusammenhängen, dass sie sie vom Vorbesitzer/Züchter nicht kennen.
Wir haben bei einem Paar Rotbauchsittiche über mehrere Wochen Löwenzahn angeboten der nicht beachtet wurde. Mittlerweile hat er sich aber wie bei den meisten anderen zu einem der liebsten Grünfutterpflanzen entwickelt.